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weiter_erzählen sammelt und präsentiert Video- und Audiointerviews mit Verfolgten des Nationalsozialismus, die einen Bezug zu Österreich haben. Viele Zeitzeug*innen gaben, oft mehrmals, Interviews, um gesellschaftliche Erinnerung an nationalsozialistische Verbrechen und Vernichtung zu initiieren, wach zu halten und um auf Nachwirkungen der nationalsozialistischen Verfolgung aufmerksam zu machen. Verschiedene Institutionen, Filmemacher*innen und Privatpersonen haben diese Berichte in den vergangenen Jahrzehnten produziert.  _erinnern.at_ macht nun in Kooperation mit dem Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus einige dieser Quellen erstmals in voller Länge, offen im Internet und erschlossen zugänglich. Darunter befinden sich verschiedene Gespräche mit dem- oder derselben Zeitzeug*in. Die Interviews sind verschlagwortet, in kurze Abschnitte eingeteilt, Themen und Bundesländern zugeordnet und somit leicht durchsuchbar.


Interview-Archiv

Nach dem Kriegsende vor 75 Jahren

"Ich bin vom Mond gekommen", so die Wiener Jüdin Chawa Kochawi über ihren Aufenthalt auf einem niederösterreichischen Bauernhof im Sommer 1945. Aus dem Vernichtungs- und Konzentrationslager Auschwitz zurück gekehrt, erhielt Kochawi auf dem Land genug zu essen, stieß jedoch dort und in Wien auf Gleichgültigkeit. Karl Sarközi, Rom aus dem Burgenland und ehemaliger Häftling des KZ Buchenwald, berichtet von seinen Begegnungen mit amerikanischen und sowjetischen Soldaten nach der Befreiung. Pauline Killough, ebenfalls Jüdin, erzählt über ihr Leben im DP-Camp (Displaced Person-Camp) Bindermichl bei Linz in Oberösterreich. Am 8. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg zu Ende gegangen. Für viele Überlebende stellte sich in den folgenden Monaten die Frage, wie und wo sie ihr Leben nach der jahrelangen Verfolgung würden gestalten können. Sie recherchierten nach dem Verbleib von Familienmitgliedern und erfuhren oft, dass diese nicht mehr am Leben waren. Im Archiv lassen sich weitere Interviews zu Rückkehr, dem Leben in DP-Camps und Vorbereitungen zur Auswanderung finden!

Chawa Kochawi

Chawa Kochawi

Interviewer/in: Dieter J. Hecht
Interviewort: Dorot, Israel
Aufnahmejahr: 2003
Sammlung: Zentralkomitee der Juden aus Österreich in Israel; Dieter J. Hecht
Dauer: 02:09:20

Karl Sarközi

Karl Sarközi

Interviewer/in: Michael Teichmann, Emmerich Gärtner-Horvath
Interviewort: Zahling, Burgenland
Aufnahmejahr: 2006
Sammlung: Roma Service/Amari Historija & Mri Historija
Dauer: 00:40:11

Pauline Killough

Pauline Killough

Interviewer/in: - unbekannt
Interviewort: Phoenix, Arizona, USA
Aufnahmejahr: 1990
Sammlung: United States Holocaust Memorial Museum
Dauer: 01:53:31

Jehudith Hübner über ihre ermordete Schwester Edith Winkler

Im Archiv befinden sich ein Audio- und zwei Videointerviews mit Jehudith Hübner (ehemals Jessy Winkler). In diesen Erzählungen erinnert sie sich an ihr Leben in Wien, an antisemitische Verfolgung durch die Nationalsozialisten, ihre Flucht nach Palästina und auch an den Abschied von ihrer Schwester Edith: Sie „hat sich an mich gehängt, bitter geweint: ‚Bitte, geh nicht weg, nimm mich mit. Bitte nimm mich mit. Bitte geh nicht weg.’ Das war es“. Aus den Interviews mit Jehudith Hübner wissen wir, dass Edith und ihre Eltern nicht fliehen konnten. Sie wurden ermordet.

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Jehudith Hübner 1998 (Audio)

Interviewer/in: Beate Westermayer, Eveline Graßmann
Interviewort: Jerusalem
Aufnahmejahr: 1998
Sammlung: Archiv für Gesprochenes Deutsch / Anne Betten
Dauer: 01:02:43

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Jehudith Hübner 2003 (Video)

Interviewer/in: Dieter J. Hecht
Interviewort: Jerusalem
Aufnahmejahr: 2003
Sammlung: Zentralkommittee der österreich. Juden in Israel / D. Hecht
Dauer: 02:54:43

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Jehudith Hübner 2008 (Video)

Interviewer/in: Markus Barnay
Interviewort: Jerusalem
Aufnahmejahr: 2008
Sammlung: _erinnern.at_ / Neue Heimat Israel
Dauer: 01:59:54

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"Wer ist schuld am Tod von Edith Winkler?" (pdf)

Jehudith Hübner gelang die Flucht. Ihre Mutter und ihre Schwester Edith wurden in Chełmno/Kulmhof ermordet. Das Unterrichtsmaterial thematisiert die  gesellschaftliche Verantwortung für Ediths Tod.

Digitale Lernmaterialien Videointerviews von _erinnern.at_

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über_leben

Sieben österreichische Zeitzeug*innen sprechen in Videointerviews darüber, wie sie trotz widrigster Bedingungen die NS-Zeit überleben konnten.

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Neue Heimat Israel

13 Überlebende des Holocaust aus Österreich erzählen über Verfolgung und Flucht sowie über ihr Leben in der neuen Heimat Israel.

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Alte Neue Heimat

Zehn Zeitzeug*innen aus Innsbruck erzählen über ihr Leben vor 1938, ihre Verfolgung durch die Nationalsozialisten, Flucht und Leben in England und Israel.

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App Fliehen vor dem Holocaust

"Fliehen vor dem Holocaust. Meine Begegnung mit Geflüchteten" erschließt Jugendlichen durch Videointerviews Erzählungen zu Flucht vor nationalsozialistischer Verfolgung.

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DVD Das Vermächtnis

"Das Vermächtnis" enthält 13 Erzählungen von Überlebenden aus der Sammlung des USC Shoah Foundation Institute for Visual History and Education.

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Website IWitness

Auf dem Portal IWitness.usc.edu der USC Shoah Foundation stehen mehr als 1.500 Videointerviews zur Verfügung. _erinnern.at_ hat die ersten deutschsprachigen Module erstellt.