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weiter_erzählen sammelt und präsentiert Video- und Audiointerviews mit Verfolgten des Nationalsozialismus, die einen Bezug zu Österreich haben. Viele Zeitzeug*innen gaben, oft mehrmals, Interviews, um gesellschaftliche Erinnerung an nationalsozialistische Verbrechen und Vernichtung zu initiieren, wach zu halten und um auf Nachwirkungen der nationalsozialistischen Verfolgung aufmerksam zu machen. Verschiedene Institutionen, Filmemacher*innen und Privatpersonen haben diese Berichte in den vergangenen Jahrzehnten produziert.  _erinnern.at_ macht nun in Kooperation mit dem Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus einige dieser Quellen erstmals in voller Länge, offen im Internet und erschlossen zugänglich. Darunter befinden sich verschiedene Gespräche mit dem- oder derselben Zeitzeug*in. Die Interviews sind verschlagwortet, in kurze Abschnitte eingeteilt, Themen und Bundesländern zugeordnet und somit leicht durchsuchbar.


Interview-Archiv


Erinnerungen an den "Anschluss" März 1938

Mit der Machtergreifung der NationalsozialistInnen und dem Einmarsch deutscher Truppen am 12. März 1938 begann die NS-Terrorherrschaft und endete die österreichische Eigenstaatlichkeit. Die Verfolgung von GegnerInnen der NSDAP und die antisemitisch-rassistisch motivierte Gewalt insbesondere gegen Jüdinnen und Juden setzte ein. Mit dem am 13. März 1938 verabschiedeten „Gesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich“ wurde der sog. „Anschluss“ offiziell vollzogen.

ZeitzeugInnen beschreiben die Ereignisse im März 1938 als einschneidende Zäsur und erinnern sich in den Interviews detailliert an die Tage rund um den "Anschluss" zurück. „From that day on things were not the same. Some Austrians thougt, well, everything will be alright. We are Austrians first and Jews second. But my father said right away, from now on, we have to be very careful“, erinnert sich Ilse L. im Interview. Zeugin der massiven Gewalterfahrung und sog. „Reibepartien“ in Wien war auch Eva Brück geworden, die mit ihrer Familie 1933 von Berlin nach Wien geflohen war. Die 1927 in Wien als Zwillinge in eine jüdische Familie geborenen Felix und Hans Heimer hatten am 11. März ihren Geburtstag, „derselbe Tag, an dem Schuschnigg am Radio abgedankt hat und Hitler einmarschiert ist, ein nie zu vergessener Tag“.

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Ilse L.

Interviewer: Dori Laub
Kameramann/frau: unbekannt
Interviewort: New Haven, Conneticut, USA
Aufnahmejahr: 1984
Dauer: 01:30:39

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Felix Heimer und Hans Heimer

Interviewer: Horst Schreiber
Kameramann: Emir Handžo; Vinzenz Mell
Interviewort: Manchester, Großbritannien
Aufnahmejahr: 2010
Dauer: 02:22:32

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Eva Brück

Interviewerin: Cathy S. Gelbin, Stefanie Brauer
Kameramann/frau: unbekannt
Interviewort: Potsdam
Aufnahmejahr: 1996
Dauer: 03:02:16



Nationalsozialistische Zwangsarbeit

Während der nationalsozialistischen Herrschaft in Österreich musste fast eine Million Menschen Zwangsarbeit in Industrie und Gewerbe sowie in der Landwirtschaft leisten. Es waren dies Männer und Frauen, die als sogenannte „fremdvölkische Zivilarbeiter“ verpflichtet wurden, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge. Zahlreiche ZeitzeugInnen erzählen in den Interviews, wie sie während Nationalsozialismus und Krieg Zwangsarbeit leisten mussten und unter widrigsten Bedingungen überlebten. Irma Trksak war im tschechischen Widerstand gegen die NationalsozialistInnen, wurde verhaftet und 1942 nach Ravensbrück deportiert, wo sie zur Arbeit für die Rüstungsindustrie gezwungen wurde. Nikolaus Telitschko wurde als 16-Jähriger zusammen mit 150 anderen Menschen aus der Umgebung von Tscherkassy, Ukraine, zur Zwangsarbeit in das „Aufbaulager Silbertal“ in Vorarlberg verschleppt. Irena Rowinska wurde 1944 mit ihrer Mutter von Warschau nach Mauthausen deportiert, sie kamen nach drei Wochen im Lager zur Zwangsarbeit nach Steyr.

Zwischen November 2020 und Mai 2021 veranstaltet _erinnern.at_ eine Online-Vortragsreihe zum Thema Zwangsarbeit. Die Webinare geben einen historischen Überblick über die Geschichte der Zwangsarbeit in den Bundesländern und beleuchten die transnationale Bedeutung, sowie die Aufarbeitung und Erinnerung daran. Das Zentrale Seminar 2020 „Unter Zwang arbeiten“ ist auf den Juni 2021 verschoben worden.

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Irma Trksak

Sammlung: Kurt Langbein
Interviewer/in: unbekannt
Kameramann: Gustl Gschwandtner
Interviewort: Wien
Aufnahmejahr: 2004
Dauer: 01:44:58


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Nikolaus Telitschko

Sammlung: Margarethe Ruff
Interviewer/in: Margarethe Ruff, Werner Bundschuh
Kameramann: Wernfried Ruff
Interviewort: Bartholomäberg-Innerberg
Aufnahmejahr: 2011
Dauer: 00:07:03

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Irena Rowinska

Sammlung: Mauthausen Survivors Documentation Project
Interviewer/in: Monika Kapa-Cichoka
Kameramann: Jerzey Tabor
Interviewort: Warschau, Polen
Aufnahmejahr: 2003
Dauer: 02:45:55


Jehudith Hübner über ihre ermordete Schwester Edith Winkler

Im Archiv befinden sich ein Audio- und zwei Videointerviews mit Jehudith Hübner (ehemals Jessy Winkler). In diesen Erzählungen erinnert sie sich an ihr Leben in Wien, an antisemitische Verfolgung durch die Nationalsozialisten, ihre Flucht nach Palästina und auch an den Abschied von ihrer Schwester Edith: Sie „hat sich an mich gehängt, bitter geweint: ‚Bitte, geh nicht weg, nimm mich mit. Bitte nimm mich mit. Bitte geh nicht weg.’ Das war es“. Aus den Interviews mit Jehudith Hübner wissen wir, dass Edith und ihre Eltern nicht fliehen konnten. Sie wurden ermordet.

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Jehudith Hübner 1998 (Audio)

Interviewer/in: Beate Westermayer, Eveline Graßmann
Interviewort: Jerusalem
Aufnahmejahr: 1998
Sammlung: Archiv für Gesprochenes Deutsch / Anne Betten
Dauer: 01:02:43

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Jehudith Hübner 2003 (Video)

Interviewer/in: Dieter J. Hecht
Interviewort: Jerusalem
Aufnahmejahr: 2003
Sammlung: Zentralkommittee der österreich. Juden in Israel / D. Hecht
Dauer: 02:54:43

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Jehudith Hübner 2008 (Video)

Interviewer/in: Markus Barnay
Interviewort: Jerusalem
Aufnahmejahr: 2008
Sammlung: _erinnern.at_ / Neue Heimat Israel
Dauer: 01:59:54

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"Wer ist schuld am Tod von Edith Winkler?" (pdf)

Jehudith Hübner gelang die Flucht. Ihre Mutter und ihre Schwester Edith wurden in Chełmno/Kulmhof ermordet. Das Unterrichtsmaterial thematisiert die  gesellschaftliche Verantwortung für Ediths Tod.


Digitale Lernmaterialien Videointerviews von _erinnern.at_

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über_leben

Sieben österreichische Zeitzeug*innen sprechen in Videointerviews darüber, wie sie trotz widrigster Bedingungen die NS-Zeit überleben konnten.

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Neue Heimat Israel

13 Überlebende des Holocaust aus Österreich erzählen über Verfolgung und Flucht sowie über ihr Leben in der neuen Heimat Israel.

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Alte Neue Heimat

Zehn Zeitzeug*innen aus Innsbruck erzählen über ihr Leben vor 1938, ihre Verfolgung durch die Nationalsozialisten, Flucht und Leben in England und Israel.

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App Fliehen vor dem Holocaust

"Fliehen vor dem Holocaust. Meine Begegnung mit Geflüchteten" erschließt Jugendlichen durch Videointerviews Erzählungen zu Flucht vor nationalsozialistischer Verfolgung.

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DVD Das Vermächtnis

"Das Vermächtnis" enthält 13 Erzählungen von Überlebenden aus der Sammlung des USC Shoah Foundation Institute for Visual History and Education.

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Website IWitness

Auf dem Portal IWitness.usc.edu der USC Shoah Foundation stehen mehr als 1.500 Videointerviews zur Verfügung. _erinnern.at_ hat die ersten deutschsprachigen Module erstellt.